Volla Plinius Plus mit Phosh auf Arch Linux

Volla Plinius Plus mit Phosh auf Arch Linux

Volla hat im Juni dieses Jahres das Plinius Plus auf den Markt gebracht. Der Preis ist mit rund 660 Euro (UVP 698 Euro) höher als beim FLX1s+. Ein gutes Argument das Geld auszugeben ist sein Hardware Umfang mit dem Dimensity 7300, 12GB RAM und 256GB Speicherplatz, mehr Funktionen und die vermeintlich bessere Kameras. Die Volla Smartphones werden grundsätzlich mit einem Android OS und/oder einem UbuntuTouch ausgeliefert aber der Bootloader lässt sich typischerweise öffnen und das eröffnet die Möglickkeit ein eigenes System auf den internen Speicher zu installieren oder auf eine eingesetzte SD-Karte.

Themen die mich bei dem Smartphone getriggert haben sind: 12GB RAM, 256GB Speicher, Dimensity 7300 SoC in 4nm Fertigung, OLED Bildschirm, geringerer Stromverbrauch, das QI-Laden, NFC und eine NPU die bestimmte Aufgaben schnell ausführen kann.

Das Smartphone wird von Volla aus Remscheidt entwicklet und bei Gigaset in Bocholt produziert - also Made in Germany.

Kommen wir aber zuerst einmal zu den üblichen Specs…

Specs


Display

  • 6.67" OLED Bildschirm
  • Auflösung 1080px x 2400px
  • Wiederholraten von 60, 90 und 120Hz
  • 10-Punkt Touch
  • und einer Helligkeit vonn rund 800Nits

SoC

Mediatek Dimensity 7300 erstmals released Q2/2024

  • Octa-Core-Set (4nm) bestehend aus
    4x Arm Cortex-A78 up to 2.5Ghz und 4x Arm Cortex-A55
  • Grafikchip Mali G615
  • Einer NPU 655

Arbeitsspeicher

  • 12GB via LPDDR4X angebunden

Speicher

  • 256GB Samsung (XXXXXX) via UFS 2.2 angebunden

Kameras

  • 16MP, f/2.0 Front Kamera
  • 64MP Weitwinkel Rückkamera, 8MP Ultraweitwinkel und mit einer zusätzlichen 2MP Makro-Kamera
  • Doppelblitz

Karten

  • Es gibt ein SIM Slot und eSIM Profil
  • Ein MicroSD Slot für bis zu 1TB zusätzlichem Speicher

Wireless/Modem

  • Beim Modem wird 2G/3G/4G und 5G unterstützt
  • SAR 0.659/0.983 W/Kg
  • WiFi 6.0E (unterstützt gängige Standards a/b/g/n/ac/ax)
  • Bluetooth 5.4 (unterstützt u.a. A2DP und LE)
  • NFC
  • GNSS

Akku

  • Model: XXXX
  • LiPo 5300mAh (3,85V/19.25Wh)
  • wechselbar
  • via USB-C (30W) oder QI/Wireless (15W) laden

weitere Schnittstellen/Features

  • Assistenzbutton
  • Fingerabdruckscanner im Display
  • IP68 geschützt (darf damit mal in die Badwanne oder ins Klo fallen)
  • Sensoren: Schwerkraftsensor, Näherungssensor, Lichtsensor, Geometrischer Sensor, SAR-Sensor, Coulometer, Gyroskopsensoren
  • Pogo-PIN auf der Rückseite für Zubehör (noch keines bekannt)

Basics

  • Gewicht 230g
  • HxBxT 163mm x 76mm x 10,5mm

Erste Eindrücke


Design & Feeling

Das Plinius ist mit 230g schwerer als das FLX1s+ (230g) und diese 30g merkt man. Es ist dennoch deutlich leichter als die Schwergewichte der Linux Smartphones und landet damit guten Mittelfeld. Die Rückseite ist aus einem robusten angerautem Plastikdeckel, der sich mit Kraft entfernen lässt, um z.B. die SD Karte einzubauen oder den Akku zu wechseln. Das angeraute Plastik erschwert allerdings das halten des Smartphones, die Glasrückseite beim FLX1s+ ist wesentlich einfacher zu handeln. Ein rutschfester Streifen in der Mitte des Deckels könnte zur Stabilisierung beim Halten helfen.

Betriebssysteme

Es wird von Volla das entgoogelte Android Volla OS oder das UbuntuTouch ausgeliefert. Man kann sich aussuchen welches System initial vorinstalliert ist. Egal welche Variante man in den Hand hält, man kann jedes so umbauen wie man es selber möchte. Volla OS wird mit der Standard Android Oberfläche oder einer eigenen Variante ausgeliefert. Welches Oberfläche man nutzen möchte, wird wärend der Einrichtung abgefragt.

UbuntuTouch funktioniert auf dem Smartphone und wird auch von Volla Supported. Mein eigenes Arch-Image basiert auf dieser Vorarbeit in UbuntuTouch.

Die mir bekannten Linux Smartphone basieren in der Regel auf Debian. Ich mag Debian als Serverbetriebssystem aber auf einem Desktop ist es mir schlicht zu träge und für aktuelle App Versionen hängt man schnell fremde Repos ins System. Das empfinde ich als sehr unbefriedigend und daher habe mir ein eigenes Image auf Arch-Linux basis gebaut. Die Kombination aus Arch-Repo und Flathub sind eigentlich ausreichend.

Ein für mich wichtiger Punkt ist der halbwegs aktuelle Android Kernel 6.1 mit Support bis ins Jahr 2029. Ob es danach ein CIP Kernel wird, werden wir sehen, ist aber nicht Unwahrscheinlich.

Telefonie

Es telefoniert, auch über VoLTE. Telefonieren über Headsets und BT Freisprecheinrichtung funktioniert.

Akku

Der Akku ist mit 5300mAh ordentlich ausgestattet und in Verbindung mit dem SOC in 4nm Strukturbreite und OLED Bildschirm eine vielversprechende Kombination für eine lange Laufzeit. Der Akku ist zu dem sehr einfach zuwechseln, was wirklich ein Pluspunkt ist. Es gibt auch ein einstellbares Lademanagement im Gnome Control Center (Einstellungen), wenn man sein Akku nicht zu sehr stressen möchte. Der Stromverbrauch im Standby liegt aktuell bei 2% pro Stunde.

Display

Ein OLED kann nicht viel falsch machen aber es ist nur einen guten Tick heller ist als das FLX1s+. Gute Bildschirme haben einen Nits Wert von bis zu 2000, dieser Bildschirm nur rund 800 Nits.

Fingerabdrucksensor

Unten im Display ist ein Abdrucksensor verbaut, den man zum entsperren nutzen kann.

NFC

Die NFC Schnitstelle ist aktiv und kann von den Apps genuztzt werden. Da es kaum Apps dafür gibt, muss man noch etwas warten oder eigene Apps erstellen. Aber es ist das erste Linux Smartphone was ich habe was die Funktion bereitstellt.

Assistant-Button

Der Assistenz-Button kann in drei Stufen (kurz, doppel und lang) Aktionen zugewiesen werden d.h. Tasschenlampe starten und stoppen oder einem beliebigen hinterlegtem Script.

NPU (AI)

U.a. Beometrie und Stimmerkennung wird über diesen lokalen Chip zügig verarbeitet.

USB

USB-C mit 2.0. Bei Anschluss an den PC gibt es die Fuktionen: Dateifreigabe, via SSH erreichbar, als Gateway / Router und als WebCAM

Zubehör

Es gibt nur wenig Zubehör vom Hersteller oder auch von Dritten auf den üblichen Marktplätzen dazu gehören Displayschutz, Plastik/Stoffhüllen, und Boomer-Mäppchen.

Merkmale

  • Vollverschlüsselung
  • WiFi Hotspot / USB-C Router inkl. AdGuard
  • Bluetooth Maus und Tastatur
  • Biometrische Entsperrung
  • SIM-PIN Verwaltung (PIN/PUK)
  • eSIM Verwaltung
  • Displayeinstellung (auch Always on)
  • Posh Optionen (Ausblenden/Sortierung)
  • Assistenz-Buttons (erlaubt eigene Scripts)
  • Druckeranbindung
  • Userzugang/Authentifizierung über (PIN/Muster/Finger/Gesicht)
  • Security Center
  • Streaming via Chromecast, Airplay oder Audio
  • VNC Desktop

Preis

Der Preis für solch ein Smartphone mit dem SOC ist schon recht hoch, es gibt günstigere Varianten die liegen bei unter 400 Euro, können aber nicht so einfach mit einem Image bespielt werden, daher ist es der Aufpreis für etwas mehr Freiheit. Die Verarbeitung ist zu dem kritiklos, da es bei Gigaset in Deutschland zusammengebaut wurde - da merkt man die Liebe zum Herstellungsprozess.

Was mir nicht gefällt

  • Ein klassischer Klinkeanschluß fehlt (Ist machmal einfach praktisch). Man kennt uns, daher wird uns ein USB-C > Klinke Adapter beigelegt.
  • Die Umsetzung über Halium (Wird benötigt wegen der Treiberunterstützung) das ist aktuell leider bei den verfügbaren leistungsfähigeren SOCs standard.
  • Die Lautsprecher. Das grenzt an Körperverletzung.

Fazit